Montag, 16. März 2015

Kalenderskandal in Bangkok

Je prüder das Land, desto schöner die Skandale.

Vorgeschichte: Die Singha-Beer Brauerei, gehört einer superreichen Familie, bringt jedes Jahr einen Kalender heraus für die überwiegend männliche Kundschaft. Nicht, daß die Damen hier kein Bier trinken würden,  oh nein, aber das ist halt wie mit dem Pirelli-Kalender.
Nun ist aber erstens Alkoholwerbung von Amts wegen verboten, und zweitens nackte Tatsachen auch. Hier ist erstmal der Kalender, damit ihr wisst, woüber ich schreibe.

Wie ihr seht, sind die Mädels ganz züchtig mit Bikinis bekleidet, allerdings hatte jemand die nette Idee, die Oberteile nur aufzumalen.

Der Kalender kommt nicht in den Handel, wird nur an Kunden verschenkt.  Und da nur LEO draufsteht,ist es ja eigentlich auch keine Bierwebung.  Der gebildete Thai weiß natürlich, daß LEO Löwe heißt, und die Biermarke der Brauerei heißt SINGH, das ist  das Sanskrit Wort für Löwe.
Soweit alles kein Problem. Aber dann passierte es: Fräulein Chitpas Bhirombhakdi, 23 Jahre jung und sehr attraktiv,    Tochter des "Singha Corporation" Chefs und zum anderen Mitarbeiterin im Sekretariat von Premierminister  Abhisit Vejjajiva, kam auf die geniale Idee, den Kofferraum ihres Wagens mit etwa 200 Exemplaren der heiß begehrten Kalender zu bepacken, und diese dann vor dem Regierungssitz in Bangkok zu verteilen.

Männer verschiedenster Berufsgruppen (... darunter Wachleute, Polizisten, Journalisten und angeblich auch Politiker) standen Schlange, um ein Exemplar zu ergattern. Laut Frau Chitpas sei der Kofferraum innerhalb kurzer Zeit leer gewesen. Kann ich mir vorstellen.

Dem Gesundheitsministerium und der Stiftung "Freunde der Frauen" sind diese  Kalender schon seit Jahren ein Dorn im Auge, und inzwischen scheint man auch auf eine Taktik zur Vorgehensweise gegen die "Singha Corporation" eingeschossen zu haben, die sich auf ein Gesetz beruft, dass vor etwa 1,5 Jahren verabschiedet wurde, und die Werbung für Alkohol in Thailand verbietet.
.
Die Photos sind ja sowas von züchtig für unsere Verhältnisse, da fragt man sich,wieso dieser Kalender nun solch einen Sturm der Entrüstung entfachen kann.  Die Junge Dame soll ihrem Job beim PM aufgeben, und die Brauerei soll verklagt werden.

Das Problem gibt es in jedem Land mit doppelter Moral! Sei es Japan, sei es Thailand oder Indien.  Offiziell gib es in Thailand keine Prostitution,  Fakt ist, daß Bangkok mit Pattay der zweitgrösste Puff der Welt ist. Der größte ist Bombay, aber der bedient zu 99% nur den lokalen Markt.
Nun ist die Prostitution nicht für die Ausländer erfunden worden in Thailand.  Ich in jetzt seit 1975 hier und kenne das Land einigermassen.  Freudenhausbesuche der Männer waren und sind das normalste von der Welt, aber eben inoffiziell.

Hab ich vor Jahren schonmal aufgeschrieben:  warum Thailand kein Land für FKK-Freunde ist, steht rechts  im Archiv.

Was kommt nun? es wird wieder einen Kalender geben nächstes Jahr, was sonst?
Und die junge Erbin wird schon einen neuen Job finden, ich bleib mal dran uns lese Zeitung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen